Multiple Sklerose (MS) - die tückische Krankheit

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung und betrifft das zentrale Nervensystem. Sie ist die häufigste neurologische Erkrankung weltweit. Die Erkrankung tritt vor allem bei jungen Erwachsenen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf und betrifft das zentrale Nervensystem. In Deutschland sind von der Autoimmunerkrankung Multiple Skleroseschätzungsweise aktuell 200.000 Menschen betroffen. Die Symptomatik ist vielschichtig. Die Krankheit macht sich schubartig bemerkbar. Die Forschung hat bisher noch kein Heilmittel gefunden.

 

Ursachenforschung bei Multiple Sklerose

Bis heute ist von der Medizin noch nicht vollständig geklärt, wie Multiple Sklerose entsteht. Viele Faktoren scheinen zusammenzutreffen. 

Weltweit sind 2,5 Millionen Menschen betroffen und davon 70 % Frauen. Die Forscher haben herausgefunden, dass Multiple Sklerose in den kühlen Klimazonen am Häufigsten vorkommen. Hierzu zählen USA und Südkanada, Australien und Neuseeland sowie Mittel- und Nordeuropa. Es wird davon ausgegangen, dass Umwelteinflüsse in diesen Regionen der Welt den Ausbruch der Krankheit mit verursachen. 

Bei der Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose findet eine Fehlregulierung des Immunsystems statt. Die Abwehr- und Entzündungszellen des Körpers werden fehlgeleitet und greifen körpereigene Strukturen an. Diese Fehlleitung führt zu einem Abbau der Hüllschicht der Nervenfasern. Diese Schutzhüllen umschließen die Nervenfortsätze und bilden eine Isolierschicht. Diese Schicht ist unerlässlich dafür, dass die wichtigen Nervenimpulse in einer bestimmten Geschwindigkeit transportiert werden.

 

Krankheitsbild und Symptome bei Multiple Sklerose

Die Autoimmunerkrankung (MS) besitzt viele neurologische Symptome. Die Ausprägung, Schwere und der zeitliche Verlauf der Erkrankung sind sehr unterschiedlich. Sie zeigt sich in sogenannten Schüben und mit unterschiedlichen Reaktionen. Manche Patienten erleben es verstärkt durch Lähmungen und Muskelschwäche, einer Spastik, Gefühlsstörungen, durch eine Sehschärfeminderung oder sonstigen Missempfindungen. 

Aufgrund der neurologischen Störungen berichten die Multiple Sklerose Patienten von diversen unterschiedlichen Störungen. Da MS “die Krankheit der verschiedenen Gesichter” genannt wird, treffen folgende Begleiterscheinungen nicht automatisch jeden Patienten:

– extrem starke Müdigkeit
– Blasenprobleme 
– Darmprobleme
– Spastik und Gangstörungen
– Störungen der Sprachmotorik
– psychische Störungen

 

Behandlungsmethoden bei Multiple Sklerose

Bis heute ist die Erkrankung nicht heilbar und therapeutische Maßnahmen sollten so früh wie möglich begonnen werden. Die hier dargestellten Behandlungsmethoden zielen auf eine Linderung der Symptome ab. Entwickelt wurde von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie mit Kompetenznetz Multiple Sklerose ein Stufenkonzept für eine umfassende Therapie. 

Die Therapieformen sind in verschieden Formen eingeteilt. Die Schubtherapie, die symptomatische Behandlung und die verlaufsmodizierte Therapie. 

 

 

Das 3-Säulen-Behandlungsprinzip: 

 

Die erste Säule: Kortisonbehandlung

Bei 80 % aller Patienten finden gerade in der Anfangszeit akute Schübe statt. Akute Schübe lösen sich im Gehirn oder Rückenmark aus. In diesem Fall erhält der Patient für ungefähr 3 Tage stark dosierte Kortisonmedikamente in Form von Infusionen. Würde die Wirkung verfehlt werden, gibt es im Extremfall die Möglichkeit der Blutwäsche. Dieses Prozedere findet nur in Extremsituationen statt und wird von speziellen Einrichtungen durchgeführt. 

 

Die zweite Säule: medikamentöse Therapie

Hierbei handelt es sich um eine Langzeittherapie mit seit über 20 Jahren zugelassenen Medikamenten. Ziel ist es, die Schübe zu reduzieren. Die Schübe konnten nachweislich um bis zu 30 % reduziert werden. Die körpereigenen Immunreaktionen können unterdrückt werden. Die Medikamente wirken zudem entzündungshemmend. Nachteilig sind die teils heftigen Nebenwirkungen, so dass eine intensive Überwachung durch Fachärzte notwendig ist.

 

Die dritte Säule: symptomatische Behandlungen

Hier geht es vorrangig um die Schmerzbehandlung, damit die Lebensqualität der Multiple Sklerose Patienten erhöht wird. Die Behandlungsmethoden sind vielschichtig. Medikamente und/oder Physio- sowie Ergotherapie sind vorgesehen. 

Beim Auftreten einer Spastik, welche bei ca. 70 % der Patienten auftritt, soll die Mobilität erhöht werden. Die Schmerzen sollen reduziert werden und physiologische Bewegungsabläufe erhalten werden. Ziel ist ebenso, krankheitsbedingte Deformierungen vorzubeugen. 

Multiple Sklerose Patienten leiden bis zu 97 % unter Blasenschwächen. Der Urologe sollte hier zu Rate gezogen werden. 
Beckenbodentraining und das Trinken von viel Flüssigkeit wird empfohlen.

Das Zittern und Koordinationsstörungen kann durch Medikamente eingedämmt werden, jedoch werden vorher eine Kombination aus Ergo- und physiotherapeutischen Maßnahmen angestrebt. Die Physiotherapie ist generell empfehlenswert für ein Muskelaufbautraining und zur Verbesserung des Gleichgewichtssinnes. 

Die extreme Müdigkeit wird aerobes Training empfohlen, da diese Form der Betätigung eine klare Strukturierung in den Tagesablauf bringt. Teils wird ebenso Antidepressiva eingesetzt. 

Bei Sprach- und Schluckstörungen empfiehlt sich die Logopädie. Mit der Sprachtherapeutin lernen die Patienten ihre Gesichts- und Kehlkopfmuskeln zu korrigieren. 

Sexuelle Störungen kommen bei weiblichen Patienten bis zu 50 % und bei männlichen Patienten bis zu 75 % vor. Entsprechende Arzneimittel können verabreicht werden. Falls die Partnerschaft dadurch in Mitleidenschaft gezogen wurde, empfehlen sich durchaus psychotherapeutische Maßnahmen. 

 

Forschung: Multiple Sklerose Therapie mit Elektrostimulation

Im vergangenen Jahr erhielt die Uniklinik Würzburg 100.000 Euro Forschungsgelder für die Intensivierung der Erforschung der positiven Einwirkung der Elektrostimulationen bei Multiple Sklerose Patienten. Erforscht wird, wie die Multiple SklerosePatienten mit Elektrostimulation ihren Gang stabilisieren können. Das Sturzrisiko soll dadurch vermindert werden.

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