Sturzprophylaxe | So lassen sich Stürze im hohen Alter vermeiden

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Sturzprophylaxe | So lassen sich Stürze im hohen Alter vermeiden

Sturzprävention und vorbeugende Übungen gegen Stürze!

Vor einem Sturz ist keiner von uns sicher. Insofern wir noch inmitten unserer Blüte stehen, stecken wir diese auch oftmals locker weg. Im fortgeschrittenen Alter kann ein solcher allerdings schlimme Folgen haben. Etwa jeder dritte im Alter von 65 und älter stürzt mindestens einmal pro Jahr. Mehr als die Hälfte sind es schon bei den 90-Jährigen. Prellungen und Platzwunden, Oberschenkelhalsbrüche und andere gebrochene Gelenke können stellen die häufigsten Verletzungen dar. Im schlimmsten Fall kann sogar eine vorzeitige Pflegebedürftigkeit hervorgerufen werden! Genau aus diesem Grund sehen wir uns in diesem Artikel die Themen Sturzprophylaxe sowie die Sturzprävention etwas genauer an.

Dies sind die Risikofaktoren für Stürze im Alter


Die Sturzprophylaxe beziehungsweise das ganze Thema “Sturz” ist ein sehr bedeutendes. Jährlich ziehen sich etwa 125 Tausend Senioren einen Oberschenkelhalsbruch aufgrund eines Sturzes zu. Bei etwa 20 Prozent von ihnen führt dies direkt in eine Pflegebedürftigkeit. Rund 10 Prozent sterben in Folge dieses Bruchs innerhalb des nächsten Jahres. Das Thema ist somit also nicht zu unterschätzen. Es ist sogar so wichtig, dass es dazu einen Expertenstandard gibt. Darin werden alle Erkenntnisse sowie das aktuelle Wissen im Hinblick auf Risiken und Handlungsanweisungen aufgeführt. Daraus ergibt sich die sogenannte Sturzprävention. Zu den häufigsten Risikofaktoren für Stürze gehören:

  • Gang- und Gleichgewichtsstörungen
  • Arthritis
  • Muskelschwäche (oft hervorgerufen durch Mangelernährung)
  • Eingeschränktes Sehvermögen
  • Depressionen
  • sowie Einschränkungen bei der Hausarbeit

So lässt sich das Sturzrisiko bei den Angehörigen feststellen:

Großen Einfluss auf das Sturzrisiko im Alter nehmen ebenso Stürze aus der Vergangenheit. Die Wahrscheinlichkeit für weitere Stürze mit gravierenden Verletzungen ist dann um ein vielfaches höher. Das Sturzrisiko lässt sich ganz einfach einschätzen. Dabei müssen die folgenden 3 Fragen beantwortet werden: Ist der Angehörige bereits in der Vergangenheit gestürzt? Liegt eine Sehbehinderung oder Sehschwäche vor? Geht der Angehörige unsicher aufgrund von Schwindelkeit oder zu wenig Kraft? Wohnt der Angehörige alleine und erledigt deswegen seine Hausarbeit selbst? Desto mehr Fragen mit “Ja” beantwortet werden, desto höher ist das Sturzrisiko. Sollten alle oder fast alle also bejaht werden, so ist es allerhöchste Eisenbahn dass mit einer Sturzprävention eingeleitet wird. Zudem sollte sich ebenso mit einer individuellen Sturzprophylaxe befasst werden.

Umweltbezogene Faktoren spielen bei Stürzen ebenso eine Rolle!

Die meisten Menschen stürzen während der Wintermonate. Dort ist es oftmals sehr glatt und dank Eis und Matsch sind wir wohl alle schon einmal gefallen. Ausgelöst wird das Dilemma nicht selten von einem Fehltritt oder eine kleinen Unachtsamkeit. Nasses Laub und gefrorene Straßen bereiten den Orthopäden als auch Unfallchirurgen dieses Landes somit jede Menge Arbeit. Die Experten von den gesetzlichen Krankenkassen sowie Wissenschaftler, die Sport- und Wohlfahrtsverbände und auch der Deutsche Turner-Bund (DTB) haben sich zur Bundesinitiative Sturzprävention vereint, um gerade ältere Mitmenschen vor dem Stolpern und Stürzen zu bewahren. Bei dieser gilt es sich nicht nur auf die Beinmuskulatur zu konzentrieren, sondern auch Koordination und Reaktionsfähigkeit zu trainieren. Dieses Training kann und sollte von jedem Senior absolviert werden. Damit zu beginnen kann nie zu spät sein!

Welche Maßnahmen werden in der Sturzprophylaxe ergriffen?


Bei der Sturzprophylaxe werden drei unterschiedliche Bereiche analysiert und trainiert. Alle diese sind gerade bei einem hohen bis sehr hohem Sturzrisiko von essentieller Bedeutung und sollten deswegen auf gar keinen Fall unterschätzt werden. Folgende Maßnahmen werden in den drei Gruppen unternommen:

#1: Die Personenbezogenen Maßnahmen In diesem Teilbereich werden die Bewegungen sowie das Gleichgewicht trainiert. Ebenso ein Teil davon sind Kraft-, Muskel- und Ausdauertraining. Dabei wird auf Krankheiten wie Parkinson, Multiple Sklerose, Sehbeeinträchtigungen, Depression, Demenz, Inkontinenz, Nervenkrankheiten sowie Blutstörungen Rücksicht genommen.
#2: Die Medikamenten-Bezogenen Maßnahmen In diesem Teil der Sturzprophylaxe wird untersucht, ob bestimmte Medikamente das Sturzrisiko weiter ansteigen lassen. Sollte dies der Fall sein, so werden diese Medikamente abgesetzt, angepasst oder durch Alternativen ersetzt. Dazu gehören unter anderem Beruhigungs- und Schlafmittel sowie blutdrucksenkende Mittel.
#3: Die Umweltbezogenen Maßnahmen In diesem Teilbereich wird die Anpassungen der Kleidung sowie der Hilfsmittel vorgenommen. Darunter fallen unter anderem das Schuhwerk, Gehhilfen sowie das Training mit diesen sowie die Beseitigung und Feststellung von Stolperfallen. (Teppiche, Kabel, ordentliche Beleuchtung der Räumlichkeiten, Geländer an Treppen usw.)

Die Sturzprävention für Senioren wird von den gesetzlichen Krankenkassen unterstützt!


Gesetzliche Krankenkassen wie beispielsweise die AOK und auch der Landessportbund Nordrhein-Westfalen unterstützen die Sturzprävention. Gerade Senioreneinrichtungen und -gruppen können von dieser Förderung profitieren. Es sollte allerdings auch immer selbst darauf geachtet werden, dass einem Sturz stets zuvorgekommen werden kann.

Stürze vermeiden: Rutschfeste Schuhsohlen helfen!


Eine Risikoanalyse ist äußerst hilfreich um festzustellen, wie Sturzgefährdet ein Angehöriger ist. Ganz egal welches Ergebnis aus dieser Resultiert, eine ordentliche Kleidung sowie umsichtiges Verhalten beugen Stürze und somit Verletzungen vor. Deswegen sollte ein festes Schuhwerk nicht unterschätzt werden. Bei einer Sehbehinderung sollte ebenso festgestellt werden, ob eine Brille oder eventuell auch Kontaktlinsen helfen können. So können Stolperfallen erkannt und diesen ausgewichen werden. Bei Fuß- und Beinbeschwerden sowie schlechten Wetterbedingungen wie nassem Laub oder gefrorenen Straßen sollte eine Fußmarsch, wenn möglich, vermieden werden. Wenn es sich dennoch nicht vermeiden lässt, so sollte auf ein festes Schuhwerk mit rutschfesten Sohlen gesetzt werden.

Mit dem Pinguin-Gang können in schweren Situationen Stürze vermeiden werden!


Die Gangart ist neben den Schuhen und der äußeren Umständen sehr wichtig zu beobachten. So rät die Deutsche-Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) auf glattem Untergrund sich im Pinguin-Gang fortzubewegen. Mehr Stabilität auf den Beinen wird durch den leicht nach vorne geneigten Körper erreicht. Zudem setzen die Füße leicht nach außen geneigt mit der ganzen Sohle auf. Die Schritte werden kleiner und bedachter. Das Ergebnis entspricht in etwa der Gangweise eines Pinguins. Sicher, in kleinen und bedachten Schritten kann die ältere Person so “pinguin-gleich” sicher an ihr Ziel kommen. Falls möglich kann sich noch an der Begleitperson beziehungsweise an einem Geländer festgehalten werden. Die Gangunsicherheit ist für ältere Menschen gerade im Winter ein verschärftes Thema. Wenn dazu noch eine Sehbehinderung, Schwindelgefühl und verzögerte Reflexe kommen ist ein Sturz oft vorprogrammiert. In einem solchen Fall können sie sich nicht mehr ausreichend abfangen oder gar abrollen. Ungebremst fallen sie auf den harten Boden und ziehen sich so schwerwiegende Verletzungen zu. Gerade durch den gebrechlichen Allgemeinzustand wird dies noch verstärkt. Gute Kleidung, eine bedachte Gangweise wie der Pinguin-Gang und wenn möglich eine Begleitperson dämmen das Sturzrisiko bei alten Menschen deutlich ein!

Mit diesen praktischen Übungen lassen sich Stürze verhindern!


Zum Schluss unserer Artikels möchten wir noch ein paar Übungen aufzeigen, mit den das Sturzrisiko ebenso eingedämmt werden kann. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Training immer erst im Stehen vollzogen wird, gerade zu beginn. Erst danach sollten diese im Gehen ausgeführt werden. Der Schwierigkeitsgrad im späteren Verlauf noch gesteigert werden, indem während der Übung die Augen geschlossen werden. Es gilt sich nur auf die Genauigkeit der Ausführung zu konzentrieren. Doch sehen wir uns die Übungen einmal genauer an:

Die Grundhaltung einnehmen Diese ist ein aufrechter Stand. Die Beine sind leicht geöffnet und die Knie leicht gebeugt. Die Zehen werden aktiv in Richtung boden gedrückt. Der Fuß sollte allerdings noch entspannt genug sein um nicht zu krallen. Dies ist die Ausgangsstellung für die nun folgenden Übungen.

Übung 1: Die Verlagerungen Der Blick wird nach vorne gerichtet und die Arme hänge locker an den Seiten herunter. Aus dieser Position gilt es nun das Gewicht auf das linke Bein und daraufhin auf das Rechte Bein zu verlagern. Dabei sollte das gerade nicht beanspruchte Bein auf dem Boden bleiben und nicht in der Luft schweben. Die Verlagerung sollte immer soweit durchgeführt werden, bis das andere Bein, das Nicht-Standbein völlig entlastet ist.

Übung 2: Die Kreisbewegungen Wieder aus der aufrechten Grundhaltung heraus wird auch diese Übung ausgeführt. Nun gehen die Hände in die Hüfte und es werden kleine Kreisbewegungen mit dieser ausgeführt. Dabei gilt es beide Richtungen zu bedienen. Weiterführend sollte dann noch die gesamte Grundposition über die Schulter nach hinten gedreht werden. Es dreht sich dann also der gesamte Oberkörper.

Übung 3: Das Armheben Beim Armheben werden die Arme in Richtung Decke gehoben. Nach diesem Schritt wandern die Hände in Richtung Füße, wodurch sich der ganze Körper nach vorne beugt. Blick folgt stets der Handbewegung. (Hin zur Decke und runter zum Boden) Hierbei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass der Angehörige nicht stürzt. Die Beugungen sollten nur soweit durchgeführt werden wie es gerade so möglich ist und nicht weiter!

Übung 4: Der Zehenspitzenstand Auch bei dieser Übung wird wieder die Grundhaltung eingenommen. Nun das Gewicht langsam und behutsam auf die Zehen verlagern. Bei Möglichkeit sollte dieser Stellung 10 bis 20 Sekunden gehalten werden. Wie auch schon bei Übung 3 ist auch bei dieser Übung nur soweit zu gehen, wie es möglich ist.

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