Stürze im Alter vermeiden

Ausgangssituation:

Gerade im Alter wird die Reaktionsgeschwindigkeit rapide abnehmen und gleichzeitig nehmen Störungen des Gleichgewichtssinnes und der taktilen Reize zu. Diese Kombination führt dazu, dass ältere Menschen mehr und mehr gefährdet sind, sich schwer zu verletzen und nicht selten sind Stürze die Ursache dafür. Stürze im Alter können viele psychische, aber auch physische Folgen mit sich ziehen und sollten generell vermieden werden. Abbau des Selbstvertrauens, Angst vor alltäglichen Aktivitäten und Knochenbrüche sind nur einige der Folgen, die nach dem Hinfallen auftreten können. Dennoch gibt es die Möglichkeit, diese von vorneherein zu vermeiden und auf eine solche Situation daraufhin zu trainieren.

Darum sollten Stürze im Alter vermieden werden.

Stürze im Alter sind keine Seltenheit. Dabei ist es nicht gesagt, dass unbedingt schwere Verletzungen die Folge sein müssen. Vorerkrankungen wie Osteoporose begünstigen oftmals Knochenbrüche. Die meisten Stürze gehen daher mit einem Beckenbruch oder Oberschenkelhalsbruch einher. Diese Folgen lösen nicht nur physische Traumata aus, sondern auch psychische. Generell sollten Stürze im Alter vermieden werden, da die Heilung der Verletzungen nur noch sehr langsam stattfindet und Operationen meist mit einem erhöhten Risikoverbunden sind. Aufgrund des hohen Alters sollten Operationen, die unter Vollnarkosen durchgeführt werden, weitestgehend vermieden werden, da schwere Nebenwirkungen, bis hin zum Tod, die Folgen sein können. Ein Beckenbruch oder Oberschenkelhalsbruch geht meist mit einer langen Ruhephase und Schmerzen einher. Gerade Senioren fällt es oft sehr schwer, aus dieser Phase wieder herauszukommen und sich ins Leben zu stürzen. Häufig bleiben Schmerzen und Unsicherheiten bestehen. Doch Bettlägerigkeit sollte in jedem Fall vermieden werden, da der Körper noch mehr geschwächt wird. Innere Erkrankungen wie Lungenentzündungen oder Druckgeschwüre können hier die Folgen sein und die Personen haben somit keine Möglichkeit mehr, ihren Alltag selbstständig zu meistern. Doch nicht nur aufgrund physischer Belastungen sollte das Hinfallen vermieden werden, sondern auch wegen steigender psychischer Belastung. Nach einem Fall kann es durchaus auftreten, dass die betroffene Person für eine Weile unter Schock steht und traumatisiert ist. Das hat zur Folge, dass das Selbstbewusstsein schwindet und der Mut für alltägliche Tätigkeiten verloren geht. Um jedoch zu vermeiden, dass die betroffene Person ihr Leben nicht mehr alleine meistern kann und in ein Pflegeheim umziehen muss, gibt es viele Möglichkeiten, Stürzen im Alter erst keine Chance zu geben.

Durch Sturzprophylaxe das Sturzrisiko minimieren.

Um Stürzen im Alter keine Chance zu geben, kann es sinnvoll sein, das Risiko von Anfang an zu minimieren. Meist merken Menschen aus dem direkten Umfeld schnell, wenn sich eine Person im Alter ändert und die Reaktion immer mehr nachlässt. Sobald die ersten Anzeichen auftreten, sollte dringend etwas unternommen werden, um Unfällen aus dem Weg zu gehen. Hierzu ist es sinnvoll, dass zunächst Stolperfallen beseitigt werden. Gerade Kabel oder Teppiche können als große Gefahr gesehen werden. Generell ist darauf zu achten, dass die Laufweg frei sind und keine unnötigen Dekorationsartikel den Weg beengen. Gegenstände die regelmäßig genutzt werden sollten leicht zugänglich gemacht werden. Eine Leiter oder einen Hocker benutzen zu müssen, sollte im Alter generell vermieden werden, denn das ist eine der häufigsten Gefahrenquellen. Auch die tägliche Körperpflege bedarf Abänderungen. Badewannen- und Duschböden sollten mit einer rutschfesten Unterlage und, wenn ein hoher Einstieg vorhanden ist, mit einem Haltegriff versehen werden. Als weiteres Hilfsmittel kann der Arzt einen Badewannenlift oder Duschstuhl anordnen. Auch bei der Einnahme von Medikamenten birgt eine große Gefahr. Es kommt bei Senioren sehr häufig vor, dass der Tag mit einer großen Ration Tabletten beginnt. Viele dieser Medikamente können Nebenwirkungen aufweisen, wie z. B. Müdigkeit, Unkonzentriertheit oder Schwindel. Diese Nebenwirkungen sollten mit einem Arzt abgeklärt werden, um diese bestmöglich zu reduzieren. Ist Osteoporose diagnostiziert kann der weitere Verlauf der Krankheit durch Medikamente begleitet werden, um bei einem unvermeidbaren Sturz das Risiko eines Knochbruches zu reduzieren oder zu mildern.

Um Stürzen aus dem Weg zu gehen, können im Haushalt viele Sturzquellen bereits beseitigt werden. Dennoch gibt es auch die Möglichkeit, sich professionelle Hilfe zu suchen und die Sturzprophylaxe somit zu erweitern. Gerade im Bereich der Bewegung und Physiotherapie gibt es viele Maßnahmen, die stattfinden können. Muskelstärkung und Gangschule sind dabei nur wenige Schritte, die den Betroffenen helfen können, selbstbewusst ihren Alltag zu meistern. Dabei werden explizit Muskelgruppen geschult, die für das alltägliche Leben relevant sind. Durch die Muskelstärkung gelingt es den Betroffenen somit, Stürze, aufgrund von Muskelkraft abzufangen und zu vermeiden. In Verbindung mit der Gangschule wird das Gangbild analysiert und Fehler im Schrittsystem weitestgehend minimiert. Auch Übungen wie Treppensteigen oder Konzentrationsübungen beim Gehen können helfen, mehr Sicherheit im Gang zu schaffen.

Doch nicht nur durch die Bewegung und Physiotherapie können Stürze minimiert werden, sondern auch durch professionelle Hilfen im Haushalt. Eine Haushälterin oder eine Haushaltshilfe kann somit den Betroffenen im Alltag Unterstützung bieten und so das Sturzrisiko minimieren. Gerade bei Personen, die bereits einen Sturz hatten und dadurch weniger Vertrauen in sich haben, bietet eine Haushälterin eine gute seelische Unterstützung. Ein Seniorenhaushalt versinkt sehr häufig in Schmutz und Chaos, da ältere Personen meist nicht mehr in der Lage sind, selbstständig zu putzen und aufzuräumen. Dies beginnt meist bei den Aufgaben, bei denen das Strecken und Bücken erforderlich ist. Durch die nachlassende Muskulatur ist es schwieriger das Gleichgewicht zu halten. Dies hat auch Folgen auf das freie Stehen, welches nicht mehr klappt und meist nur noch für kurze Zeit ausgeübt werden kann. Gerade hier hält man sich mit einer Hand am Stuhl oder Tisch fest und kann mit der anderen Hand nur noch begrenzt Tätigkeiten ausführen. Eine Haushaltshilfe kann hier Abhilfe verschaffen und die Aufgaben übernehmen, welche die Senioren nicht mehr oder nur mühevoll ausführen können. Es wäre der falsche Weg die Senioren nicht in das Geschehen zu integrieren, denn hierdurch kommen sie sich überflüssig vor und die Muskulatur wird weiter geschwächt. Unter der Mithilfe und Anleitung der Haushaltshilfe können dann diese Tätigkeiten zusammen sicher ausgeführt werden. Sollte dennoch etwas passieren ist die hauswirtschaftliche Unterstützerin      direkt vor Ort und kann Hilfe organisieren. Dank einer Haushaltshilfe werden nicht nur Angehörige unterstützt, sondern die ältere meist einsamen Menschen bekommen zusätzlich eine Ansprache. Angehörige können oftmals aus beruflichen Gründen oder aufgrund der räumlichen Distanz nicht die nötige Hilfestellungen geben, die nötig wären. Ein Umzug in ein Senioren- oder Pflegeheim kann so vermieden werden.

Hausnotruf – Was ist das?

Um Spätfolgen durch Verletzungen zu vermeiden, sollten Betroffene so schnell wie möglich Hilfe alarmieren. Doch gerade nach einem Sturz und vorherrschenden Schmerzen, ist es oft nicht möglich, das Telefon zu erreichen. Sollte in diesen Moment keine Haushaltshilfe zur Stelle sein, liegen die Betroffenen oft einige Zeit hilflos am Boden, bevor Hilfe kommt. Um dieser schrecklichen Situation aus dem Weg zu gehen, gibt es den Hausnotruf. Gerade in einem Seniorenhaushalt ist dieser unverzichtbar. Dieser Notruf ermöglicht es, älteren Personen oder Menschen mit Behinderung, jederzeit Hilfe zu holen, wenn sie denn welche benötigen. Bei diesem Notruf handelt es sich um einen Knopf, der am Handgelenk angebracht werden kann oder um den Hals getragen wird. Bei einem Sturz kann dieser gedrückt werden und das System stellt automaische eine Freisprechverbindung zur Notrufzentrale her. Dieser Notrufknopf sollte der ständige Begleiter sein. Es gibt keinen vernünftigen Grund diesen abzulegen, denn dieser ist beispielsweise auch wasserdicht, so dass bei einem Sturz in Dusche Hilfe gerufen werden kann. Anspruch auf diesen Hilferuf haben generell alle Menschen, die sich alleine in ihrer Wohnung aufhalten und gefährdet sind. Meist übernimmt die Pflegekasse einen Teil der monatlichen Kosten, so dass die private Zuzahlung bei wenigen Euro liegt. Im Grunde ist dieser unbezahlbar, denn er kann Leben retten und schlimmeres verhindern.